Augedehnter Waldbrand am Rotenstein
In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde die Feuerwehr Merzalben zu einer unklaren Rauchentwicklung alarmiert. Nach genauerer Erkundung konnte ein Waldbrand im Bereich Münchweiler am Rotenstein festgestellt werden. Aufgrund der Topologie war die Einsatzstelle nicht direkt mit Fahrzeugen erreichbar. Somit gestalteten sich die Löscharbeiten schwierig. Am Montagabend konnten wir den Einsatz vorerst beenden.
Ermitteln der Brandstelle
Unsere Einsatzkräfte der Feuerwehr Merzalben wurden in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit dem Stichwort unklare Rauchentwicklung im Freien zum Winschertfelsen alarmiert. Vor Ort hatte der Anrufer eine Rauchentwicklung in Richtung Süden festgestellt. Beim Eintreffen der ersten Kräfte bestätigte sich diese Meldung. In etwas weiterer Entfernung konnte eine starke Rauchentwicklung aus dem Wald wahrgenommen werden. Zusätzlich war in dem betroffenen Bereich ein Feuerschein wahrzunehmen.
Aufgrund der Größe und Lage der Rauchsäule, wurden unmittelbar die Tanklöschfahrzeuge aus Münchweiler (TLF 3000) und Rodlaben (TLF 20/40) in einen Bereitstellungsraum alarmiert um genügend Wasserreserven zur Verfügung zu haben, sobald die genau Einsatzörtlichkeit ermittelt wurde.
Zusätzlich wurde zeitgleich der ELW 1 aus Rodalben und die Drohneneinheit der SEG Südwestpfalz zur genaueren Erkundung alarmiert. Nach umfangreichen Erkundungsfahrten und dem Einsatz der Drohne konnte der Brand schließlich im Bereich Rotenstein festgestellt werden.
Die ersten Einsatzmaßnahmen
Nachdem die Einsatzörtlichkeit durch einen Drohnenüberflug festgestellt werden konnten, war auf dem Bild der Drohne ein ausgedehnter Waldbrand zu sehen. Umgehend wurden weitere Erkundungfahrten in dem betroffenen Bereich durchgeführt um Wege für den Löschangriff und die Wasserversorgung zu erkunden. Die Bedingungen vor Ort stellten sich als schwierig heraus, da nur wenige Zugänglichkeiten zur Branstelle vorhanden waren, welche durch Großfahrzeuge genutzt werden konnten. Nachdem die ersten Tanklöschfahrzeuge an der Einsatzstelle eingetroffen waren, wurden erste Maßnahmen zur Eindämmung des Brandes vorgenommen.
Parallel wurden weitere Tanklöschfahrzeuge aus Pirmasens und Lemberg angefordert um die Wasserversorgung an der Einsatzstelle sicherstellen zu können. Außerdem erfolgte der Nachalarm auch für unsere Kräfte der Löschmannschaft Typ A aus der Verbandsgemeinde. Diese Löschmannschaft ist speziell für den Einsatz bei Wald- und Vegetationsbränden ausgebildet und kann auch in schwierigen Gelände eigenständig aggieren.
Eindämmung des Brandes
Bei genauerer Erkundung zeigte sich, dass zu Beginn eine Fläche von ca. 3000qm brannte. Der Brand breitete sich mit teils hoher Geschwindigkeit weiter aus. Durch die Kräfte aus Merzalben, Rodalben und Münchweiler, welche bereits an der Einsatzstelle waren, wurde ein Löschangriff auf die erste Flanke des Feuers durchgeführt um eine weitere Ausbreitung des Brandes in diese Richtung verhindern zu können. Die Brandbekämpfung konnte direkt von einem befahrbaren Weg aus gestartet werden, weshalb hier schnell die ersten Maßnahmen vorgenommen werden konnten. Mehrere Trupps gingen mit D-Strahlrohren ins Gelände vor, um die Flammen an der Flanke des Feuers niederzuschlagen.
Parallel hierzu bereitete unsere Löschmannschaft die Verteidigung der anderen Flanke vor. Der Einsatz an dieser Flanke gestaltete sich durch eine schlechte Zugänglichkeit und die Lage an einem Steilhang als schwierig. Wegen der hohen Intensität des Brandes war eine reine Brandbekämpfung mit Handwerkzeugen nicht möglich und es musste in teils unwegsamen Gelände eine Wasserversorgung von ca. 400 m aufgebaut werden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern wurde ein Wundstreifen angelegt. Bei einem Wundstreifen wird der Waldboden von brennbarem Material befreit, sodass das Feuer an diesem Punkt keine weitere Nahrung zur weiteren Ausbreitung zur Verfügung hat. Parallel hierzu wurde eine Sicherung dieses Wundstreifens mit mehreren D-Strahlrohren aufgebaut.
Brandverlauf
Die ersten Maßnahmen zur Brandeindämmung zeigten Wirkung und der Brand konnte Schritt für Schritt im Gelände eingedämmt werden. Durch drehenden Wind verlangsamte sich außerdem die Geschwindigkeit mit der sich das Feuer auf den angelegten Wundstreifen fortbewegte, sodass wir auch hier einen Angriff auf die Flanke vornehmen konnten. Im weiteren Verlauf des Brandes konnten Löschangriffe von allen Seiten des Brandes vorgenommen werden und so eine weitere Ausbreitung verhindert werden.
Am frühen Sonntagmorgen konnten so die ersten Nachlöscharbeiten an den Randbereichen des Feuers vorgenommen werden. Deutlich schwieriger gestalteten sich die Nachlöscharbeiten in der Fläche des Brandes und am Steilhang. Durch die hohe Intensität des Brandes waren zahlreiche Bäume vollständig von dem Brand erfasst worden. Zusätzlich zeigte sich, dass das Feuer bereits tief in den Boden eingedrungen war und zahlreiche tiefliegende Glutnester vorhanden waren.
Diese Glutnester mussten von Hand geöffnet und nacheinander abgelöscht werden. Diese Arbeiten wurden durch weitere Kräfte unserer Verbandsgemeinde und den Verbandsgemeinden Pirmasens-Land, Dahn, Thaleischweiler Wallhalben und der Stadt Pirmasens bis zum späten Sonntagabend durchgeführt. In der Nacht von Sonntag auf Montag führten Kräfte unserer Verbandsgemeinde, der VG Thaleischweiler.Wallhalben und der Stadt Pirmasens eine Brandwache durch und löschten dabei immer wieder aufkommende Brandstellen weiter ab.
Am Montagmorgen wurden die Arbeiten durch Kräfte der Feuerwehr Rodalben, Münchweiler und Merzalben übernommen und weitere Nachlöscharbeiten in der Fläche durchgeführt, welche über Nacht aufgrund der Dunkelheit nicht durchgeführt werden konnten. Unsere Kräfte wurden bei diesen Arbeiten von der Feuerwehr Pirmasens mit einem weiteren TLF unterstützt. Zudem wurden wir gegen Mittag von dem Katastrophenschutzzug des Landkreises Germersheim abgelöst. Gegen 19 Uhr konnten wir die aktiven Maßnahmen vorerst einstellen. Am morgigen Tag erfolgen weitere Kontrollfahrten und ggf. weiterführenden Maßnahmen.
Insgesamt hatte sich der Brand auf eine Fläche von etwa 7500qm ausgebreitet. Bei den Einsatz kamen etwas über 200 Einsatzkräfte über den Zeitraum von ca. 2,5 Tagen zum Einsatz.
Wir bedanken und bei allen Kräften der Feuerwehren, Polizei und der SEG recht herzlich für die professionelle, gute Zusammenarbeit und für die Unterstützung, sowie die geleistete Arbeit bei diesem Einsatz.
Einsatzdaten
Alarmstichwort
B3.08 - Waldbrand
Nummer
103/26
Alarmzeit
26.09.2026 - 23:20
Einsatzort
Münchweiler
Alarmierte Einheiten
Löscheinheit Rodalben
Löscheinheit Donsieders
Löscheinheit Clausen
Löscheinheit Münchweiler
Löscheinheit Leimen
Löscheinheit Merzalben
Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ)
Feuerwehr Pirmasens
Wehrleitung VG Rodalben
Rettungsdienst
Polizei
Feuerwehr VG-Thaleischweiler-Wallhalben
SEG LK-SWP
Drohneneinheit
Löschmannschaft VG Rodalben
Feuerwehr VG Dahn
Feuerwehr VG Pirmasens-Land
Feuerwehr VG Zweibrücken-Land
Ausgerückte Fahrzeuge
ELW 1 - Rodalben
TLF 20/40 - Rodalben
SW 2000 - Rodalben
MZF 2 - Rodalben
MTF - Rodalben
HLF 10/10 - Münchweiler
TLF 3000 Münchweiler
RW 1 - Münchweiler
MTF - Münchweiler
TSF-W - Leimen
VRW - Leimen
KLF - Donsieders
MZF 1 - Clausen
TSF-W - Merzalben








